4 elegante nicht-dogmatische Wahrheiten, welche ich bei Sarah Powers gelernt habe
17 FEB

4 Minuten zu lesen

Mit vier edlen Wahrheiten hat Buddha ganz genau die Essenz und den Sinn seiner Lehre formuliert. Er hat formuliert, was im Leben zum Leiden führt, warum das Leiden im Leben unvermeidlich ist, warum wir trotz der Unvermeidlichkeit des Leidens ein ausgezeichnetes Leben haben können und was wir alle dafür machen könnten. Alle weiteren Konzepte, Ideen und Inspirationen des Buddhismus wachsen aus diesen 4 Punkten dieser „Agenda“.

Die Lehre von Buddha ist für mich persönlich ein wunderbares Beispiel, wie die Ideen einer Lehre sich der Logik folgend entfalten und eine ganz neue inspirierende Welt voller neuer Möglichkeiten öffnen. Eine gute Lehre hat eine genaue Basis, ist klar und gut strukturiert; bleibt am Punkt, aber gleichzeitig inkludiert sie viel mehr als nur das angegebene Thema. Darüber hinaus wird sie mit Leidenschaft unterrichtet und inspiriert alle Teilnehmer, neue Horizonte wahrzunehmen, mehr zu lernen, besser und kompetenter zu werden.

So war das Training, welches ich gerade abgeschlossen habe – wesentliches Lehren von Yin Yoga, Achtsamkeit und Yang Yoga mit Sarah Powers. Die Ausbildung war ein Erlebnis: die Intelligenz, tiefe Kenntnisse und Yoga und Buddhismus- Weisheiten innerhalb von 70 intensiven Stunden in Sydney, Australien. Noch dazu wares es 10 Tage mit 55 Teilnehmern und +37 Grad Celsius auf der Straße –der Sommer ist in Australien im Februar bald zu Ende. Aber ich möchte nicht über Australien schreiben, sondern über meine persönliche Wahrnehmung von Yoga, welche ich nach der Ausbildung in meinem Herzen und in meinem Kopf spüre.

Im Training ist es viel um Buddhismus und dessen Meditationstechniken gegangen – Sarah Powers erklärt es ausgezeichnet und deswegen hat mir meine Selbstironie erlaubt, den Blog „Vier elegante nicht-dogmatische Wahrheiten“ zu nennen.

1. Es gibt keinen “richtigen” Weg, Yin Yoga weiter zu geben

Sarah Powers hat noch in den 80-er Jahren angefangen, Yin Yoga gemeinsam mit Paul Grilley zu unterrichten. Ich würde sagen, im Großen und Ganzen ist die Mehrheit von Yin Yogalehrern von ihrem Unterricht inspiriert, egal ob sie direkt von ihr oder von ihren ehemaligen Studenten Yin Yoga gelernt haben.

Muskelentspannung bei Yin Yoga

Wir entspannen die Muskeln während der Yin Yoga Praxis, aber wenn die Teilnehmer die Notwendigkeit spüren, einige Stellen zu „schützen“ (weniger intensiv in bestimmte Stelle hinein zu gehen) darf man die Muskeln auch aktivieren.

Training für Faszien, Reinigung der Energiekanäle und Mentaltraining

Wir trainieren und schonen die Faszien – das Bindegewebe im Körper, aber gleichzeitig beeinflussen wir die Meridiane – die Kanäle für den Fluss der Lebensenergie im Körper laut des Taoismus. Als Lehrer setzen wir die Schwerpunkte der Praxis und machen eine Yin Yoga Klasse zu einem oder anderem Erlebnis. Es ist essentiell, den Teilnehmern die Meditationserfahrungen zu ermöglichen und es ist eine wichtige Aufgabe und Herausforderung für die Lehrende.

„I do not teach absolutes“

„Ich unterrichte keine absolut richtigen Wege“ sagt Sarah Powers immer wieder , anders gesagt, gibt sie keine 100% dogmatischen Rezepte. Nach der Ausbildung bei ihr habe ich endlich eine feste Überzeugung – wenn wir am Training teilnehmen und der/die Lehrer/in dogmatisch unterrichtet, nur einen Weg und eine richtige Lösung diktiert, sollen wir uns von diesem Training fernhalten.

2. Meditation soll ab der ersten Klasse für Anfänger unterrichtet werden

In Yoga Klassen wollen wir zu oft Meditation vermeiden. Wir, als Yoga Lehrende haben Angst und machen uns Sorgen – wer weiß, wie die Teilnehmer, welche mehr Bewegung und Gelenkigkeit brauchen, reagieren auf einen Vorschlag ein paar Minuten nach innen zu schauen. Wie wird die Besitzerin des Studios unseren Vorschlag an Studenten wahrnehmen?

Es geht viel zu viel um die verkauften Blöcke und die meistbesuchten Klassen: physische Kräftigung und mentale Entspannung (ohne Meditation zu nennen!!!) verkaufen sich gut. „Die Leute wollen sich nach dem Arbeitstag bewegen, für Meditation bieten wir vielleicht ein separates Workshop an“ – hören und denken wir zu oft als Yoga Lehrende.

Meditation soll schon in der ersten Klasse für die Teilnehmer gegeben werden. Es gibt ein paar tolle Vorschläge und Methoden, wie man die Studenten in einer Yoga Stunde zur Meditation inspirieren und bringen kann. Es soll nicht vermieden werden, aus Angst, dass die Leute es nicht verstehen, zu esoterisch und nicht nötig finden und als Ergebnis weniger Blöcke kaufen.

Yoga war mal Meditation. Yoga ist noch immer Meditation und kein rein körperliches Training. Wir brauchen nur die passende Sprache und Methode verwenden, um die Teilnehmer zum Meditieren zu bringen.

3. Für eine Lehrerin ist es essentiell, eine lebenslange Studentin zu bleiben

Sarah Powers unterrichtet seit den 80er Jahren. Sie hat mit Tausenden Studenten gearbeitet und sie hat zahlreiche Ausbildungen, Trainings und Retreats als Teilnehmerin besucht. Es gibt keinen Zeitpunkt wo wir als Lehrende so fortgeschritten sind, dass wir nicht mehr studieren müssen.

Wenn wir Yoga unterrichten, geht es nicht nur um Yoga Workshops und nötige Yoga Allianz Stunden. Verschiedene philosophische Richtungen, andere Praktiken für Energie im Körper (die Breite geht von Karate bis Shamanismus), Meditationsretreat, Kunst, Psychologie, Poesie, Kommunikation – alles gehört zu den Themen für Weiterbildungen und Selbstentwicklung der Yoga Lehrenden. Nur so können wir wachsen und unseren Studenten ein Wachstum und einen Weg zu einem guten, tiefen und großen Leben ermöglichen!

Meine persönliche Liste inkludiert auch Bücher und Trainings über Strategie und Marketing, weil ein gutes Leben von einer guten Strategie abhängig ist und Marketing ist einfach eine Sprache, um effizienter eigene Gedanken und Ideen mit der Welt teilen zu können.

4. Tue was du liebst und was du für wertvoll hältst, statt zu versuchen, alle Teilnehmer zu verwöhnen

55 Teilnehmer in der Ausbildung, Gruppen mit mehr als 100 Studenten im Training, über 50 Teilnehmer im Meditationsretreat. Ja, Sarah Powers hat überall in der Welt trotz ziemlich hoher Preise für Yoga Trainings viele Folger (was ich auch richtig finde, weil jede gute Ausbildung sehr wertvoll ist).

Heute steht sie als eine große Lehrerin in der heutigen Yoga Welt, arbeitet ständig an sich und für andere. Aber das war nicht immer so. Als sie sich entschieden hat, mehr Meditation in ihre Yoga Klassen einfließen zu lassen, ist die Zahl der Teilnehmer drastisch gefallen. Sie hat diese Zeit mit der Arbeit als Psychologin sowie mit der Unterstützung ihrer Familie überlebt. Mit der Zeit ist die Zahl der Teilnehmer aber mehr als gut gestiegen.

Diese Geschichte war für mich sehr inspirierend, weil auch ich manchmal fühle, dass die Richtung Fitness mehr Leute und mehr verkaufte Blöcke bringen könnte. Aber was ist der echte Preis dieser scheinbar größeren Gruppe? Der echte Preis ist nicht, eigene Werte weiter zu geben, nicht sich selbst verwirklichen zu dürfen, nicht genau das zu machen, wofür wir als Yoga Lehrende existieren – eine Möglichkeit zu zeigen, ein größeres erfülltes Leben zu führen, egal welche Konditionen das Leben uns ins Gesicht wirft.

Es ist essentiell zu machen, woran wir glauben – nur so können wir wirklich viel arbeiten und die Herzen und das Verständnis vieler Studenten mit unserer Vision berühren.

Yoga ist da für Wahrnehmung, für Wichtigkeit des inneren Lebens, für eine Verbindung zwischen uns und unseren inneren Teilen – Geist, Körper, Gedanken und Gefühlen. Nicht mehr, aber auch nie weniger. Und wenn wir mehr finanzielle Freiheit brauchen, um eine ehrliche Message weiterbringen zu können, vielleicht sogar nur an 3 Leute in der Stunde, sollen wir einen zweiten Job behalten und, falls möglich, unsere Liebsten um Unterstützung bitten.

Es ist der einzige Weg, sich selbst als Yogalehrende und Yoga Praktizierende verwirklichen zu können und mit der Zeit einen authentischen Platz als Yoga Lehrer/in zwischen Yoga Instruktoren zu bekommen.

Es geht weiter...

So sind meine ersten Gedanken nach dem Training. Meine persönliche Anmerkungen zu verschiedenen spannenden Themen wie Buddhismus, Taoismus, Yin Yoga, Yang Yoga und selbstverständlich Meditation nach dem Training werde ich in weiteren Blogs gern mit euch teilen.

Mehr über großartige Lehrer und die Rolle eines/einer Yoga Lehrers/Lehrerin:

Großartige Lehrer: Stephen und Martina Batchelors

Der Yogalehrer / die Yogalehrerin – ein stiller Mahner

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