Großartige Lehrer:
Stephen und Martina Batchelors
14 AUG

3 Minuten zu lesen

Alle meine Blogs werden in der Absicht geschrieben, wichtiges Wissen mit anderen zu teilen. Einige davon sind das Ergebnis von Analyse und Studium vielfältiger Quellen, andere wiederum sind spontane Artikel, die nach einer starken Inspiration geschrieben wurden. Der vorliegende Blog gehört zu den letzteren. Er wurde direkt nach einem Retreat in Stille geschrieben, das von den sekulären Buddhisten Stephen und Martina Batchelors geleitet wurde.

Wer sie sind
Stephen ist ein charismatischer Philosoph, ein weiser Mann, der spielerisch, elegant und immer respektvoll ein dogmatisches Konzept des Buddhismus nach dem anderen aufbricht, ausgehend von der Klassifizierung von Buddhas bis hin zur Bedeutung von Nirwana. Seine Frau Martina ist eine zarte und genaue Meditatorin, die die Techniken und ihren möglichen Einfluss auf den Geist so genau kennt, und die darüber in möglichst einfachen Worten spricht und sie so mit der täglichen Welt verbindet. Ob sie über menschliche Identitäten, über die Qualität des Meditators oder über liebende Freundlichkeit spricht, ihre Beispiele bleiben als eine liebliche Melodie im Gedächtnis, die man gerne immer wieder summen möchte. „Geschäftigkeit ist eine Qualität, die den Verlust von Leidenschaft verursacht“. Ist dies nicht eine einfache Wahrheit, die man zu jeder Zeit erfährt? Nur Menschen mit großem und tiefem Wissen dürfen sich erlauben, solch scheinbar feste und solide Konzepte und Ideen so brillant zu interpretieren.

Ein typischer Tag im Retreat
Eine gemischte Gruppe aus deutschen, österreichischen und englischen Studenten, einige von ihnen Buddhisten, einige einfache sekuläre Intellektuelle nehmen auf dem Boden oder auf Stühlen um 6.45 Uhr Platz zu einer stillen Meditation. Martina lässt den Geist der Studenten nicht ohne genaue Anweisungen , aber ihre Anweisungen sind immer weich; sie sind mehr eine Einladung dazu, den Geist zu einer besondere Art des Beobachtens zu führen. Alles wird zu Beginn gesagt. Darauf folgen 30 oder 45 Minuten Stille. Ich fühle mich zu Hause, wenn mein Geist abschweift, so ist das in Ordnung, ich bringe ihn sanft wieder dorthin zurück, wohin er eingeladen worden ist. Dem Frühstück folgt eine Stunde Achtsamkeitsarbeit. Im buddhistischen Zentrum in Scheibbs, das mit einem Minimum an Hauspersonal auskommt, kümmern sich Studenten um das Haus und den Garten. Dort liebe ich es zu arbeiten.

Der Tag vergeht schnell, voller Vorträge, Diskussionen und Praxisübungen. Vorträge von Stephen bringen uns zum Denken und beinhalten Vorstellung. Er mag über die Größe von Einsamkeit sprechen, wir sind allein unter anderen Menschen -und dies ist eine großartige Kunst des Lebens – um Einsamkeit als einen Ort zu empfinden, an dem wir blühen und in unserem Inneren wachsen können. Er liebt Metaphern, ein Pfad „Dharma“ als eine Zuflucht für eine bessere Existenz; „Nirvana“ als ein Ort frei von Hass und Täuschung, aber es ist ein Punkt, von dem aus man weiterlebt, es ist nicht das Ende des Pfades. Sowohl Stephen als auch Martina sind gut informiert über den wissenschaftlichen Rahmen rund um Meditation. Der Begriff „ Standardmodus Netzwerk“ – eine Gehirnaktivität in inaktivem Zustand ist eine große Inspiration für mich und eine neue offene Tür für weitere Erforschung. Es folgen Spazierengehen und Sitzmeditationen, die uns helfen, den eigenen Geist kennenzulernen, wie er sich langweilt, wie er seine Gedankengänge wiederholt, wie er nichts zu tun haben will mit inneren Vorgängen und äußeren Impulsen. Das geht so bis 21.00 Uhr. Es ist eine wertvolle Zeit, in der wir verstehen, wer wir sind und eine geübte Person werden, die eine „provisorische Existenz“ (1)ablehnen kann und ihr Bestes gibt, ihr ganzes Potential auszuleben. Es gibt nur einen Versuch, wenn unser Buddhismus ein säkulärer ist.

Nachgeschmack
Ich möchte mehr Visionen und Wissen von den Batchelors erwerben. Sie sind eingefleischte und hingebungsvolle Praktiker, die auch selbst leben, was sie lehren, unabhängig von äußeren Meinungen, Einkommensniveaus (sie arbeiten immer mit DANA – freiwillige Spenden von Studenten) oder möglichem Widerstand in der Community. Ich werde sicher ihre Bücher weiterlesen und Online Kurse buchen. Sie sind eine tiefe Quelle des Wissens. Es ist für mich eine Ehre, bei ihren Vorträgen dabei sein zu dürfen. Die von ihnen geschaffene Plattform ist ein sicherer Platz, an dem man nachdenken kann, sich kreativ entwickeln kann und non-konservatives Wissen klar und wertvoll in unseren Tagen verbinden kann.

 

(1) „provisorische Existenz“ – ein Begriff, der von Viktor Frankl in der Logotherapie verwendet wurde. Er charakterisiert das Leben ohne die Suche nach einer Bedeutung zu einem gegebenen Zeitpunkt des Lebens.

 

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